Der Erreger der Lyme-Borreliose

- Ixodes ricinus, in Europa der Hauptüberträger der Lyme-Borreliose (Foto: Ronald Leine/aboutpixel.de)
Der Erreger der Lyme-Borreliose ist ein schraubenförmiges Bakterium, welches nach seinem Entdecker Willy Burgdorfer Borrelia burgdorferi genannt wird. Drei Unterarten von Borrelia burgdorferi sind für die Lyme-Borreliose verantwortlich: Borrelia burgdorferi im engeren Sinne, Borrelia garinii und Borrelia afzelii. Es existieren weitere Unterarten, deren Bedeutung für die Lyme-Borreliose noch nicht abschließend geklärt ist.
Der Erreger der Lyme-Borreliose wird fast ausschließlich durch Zeckenbisse übertragen, in Europa hauptsächlich durch die Zeckenart Ixodes ricinus (Holzbock). Eine Übertragung der Lyme-Borreliose durch andere Zecken, die sich in Folge des wärmeren Klimas weiter ausbreiten, ist jedoch möglich. Auch wird eine Übertragung der Lyme-Borreliose durch stechende Insekten wie Mücken, Bremsen, Wespen oder Flöhe diskutiert.
Die Symptome der Lyme-Borreliose
Die möglichen Symptome der Borreliose sind so vielfältig, dass sie kaum alle aufgezählt werden können. Das sicherste Zeichen für eine Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenbiss ist das Auftreten der sogenannten Wanderröte oder Erythema migrans. Charakteristisch ist eine sich ausbreitende ringförmige Hautrötung, meist etwa eine bis drei Wochen nach dem Zeckenbiss. Tritt ein Erythema migrans auf, sollte unverzüglich mit der Behandlung der Lyme-Borreliose begonnen werden.
Da aber nicht bei jeder Borrelieninfektion eine Wanderröte auftreten muss (manche Experten meinen sogar, ein Erythema migrans trete bei weniger als der Hälfte der Infektionen mit Lyme-Borreliose auf), ist es sehr wichtig, auch auf andere Symptome einer frühen Lyme-Borreliose zu achten.Hierzu gehören vor allem Abgeschlagenheit, Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen. Sollten Sie also nach einem Zeckenbiss eine "Sommergrippe" entwickeln, gehen Sie zum Arzt und weisen Sie auf den Zeckenbiss hin.
In späteren Stadien der Lyme-Borreliose kann sich die Infektion in verschiedenen Organen festsetzen. Am häufigsten sind hier die Gelenke betroffen. Typisch sind Schmerzen an mehreren Gelenken gleichzeitig, deren Lokalisation häufig wechseln kann. Auch das periphere Nervensystem ist häufig von späteren Stadien der Lyme-Borreliose betroffen. Dies äußert sich in vielfältigen Beschwerden wie starken Nervenschmerzen, die mit Schmerzmitteln kaum zu bekämpfen sind, sensorischen Ausfällen oder Lähmungen. Relativ bekannt ist hier die Lähmung des Gesichtsnerven, die sogenannte Facialisparese. Diese ist insbesondere bei Kindern typisch für Lyme-Borrelose.
Glücklicherweise selten, dafür aber umso unangenehmer, sind Manifestationen der Lyme-Borreliose als Infektionen des Herzens (Lyme-Karditis) oder des zentralen Nervensystems. Gerade die späteren Stadien der Lyme-Borreliose mit ungewöhnlichen Symptomen sind schwierig zu diagnostizieren und zu behandeln, und es herrscht große Uneinigkeit in der Medizinerwelt bezüglich Behandlungsmethoden, -dauer und - erfolg, leider zu Lasten der Patienten, die sich bei ratlosen, genervten und einseitig informierten Ärzten nicht so recht aufgehoben fühlen.